Kleinkinder

Wo Sie Angebote für die Betreuung der Kinder finden, wo Sie günstig Kleider und Spielsachen einkaufen und wie ein Kind am besten die deutsche Sprache lernt – zu diesen und weiteren Fragen erhalten Sie Antworten in dieser Rubrik.



1. Welche Behördenschritte sind nach der Geburt notwendig?

Alle Geburten werden vom Zivilstandsamt registriert. Melden sie sich dort mit dem grünen Geburtsanzeigeformular und Familienausweis. Sie erhalten Auskunft über Familiennamen, Vaterschaftsanerkennung, Geburtsurkunde und Informationen zu Bürgerrecht und Staatsangehörigkeit.

2. Eltern sein ist auch anstrengend – Wo erhalte ich Hilfe?

Eltern von Säuglingen und Kleinkindern können sich an die Mütter- und Väterberatungsstellen wenden. Diese Stellen beantworten Fragen im Zusammenhang mit Ernährung, Pflege, Betreuung und Erziehung. Auch wenn Ihr Kind häufig schreit oder unruhig ist, erhalten Sie Hilfe. Falls nötig, nehmen Sie jemanden zum Übersetzen mit. An vielen Orten arbeiten aber auch Personen, die mehrere Sprachen sprechen. Sie vermittelt auch Adressen weiterer Dienste.

Für Eltern von Kindern aller Altersstufen gibt es in vielen grösseren Gemeinden die Jugend- und Familienberatungsstellen. In manchen Gemeinden werden sie auch Jugendsekretariat oder ähnlich genannt. Sie geben Auskunft bei Erziehungsfragen, bei Betreuungs- und Ernährungsfragen und sie leisten Hilfe bei Problemen im Zusammenleben zwischen Eltern und Kindern.

  • Der Elternnotruf leistet auf Wunsch anonyme Hilfe und Beratung zu jeder Tages- und Nachtzeit (24 Stunden). 
  • Die Pro Juventute, Tel. 041 660 90 70 vermittelt kinderfreundliche Ferien für Alleinerziehende und Familien mit kleinem Budget, aber auch sozialpädagogische Familienbegleitung.
  • Das Frühförderungsprogramm „Zämä uf ä Wäg“ ist für Eltern mit Kindern im Vorschulalter (ab 15 Monate bis ca. 3½ Jahre). Als Ziel gilt, dass alle Kinder faire Bildungschancen erhalten sollen.
    Auskunft:
    Fachstelle Gesellschaftsfragen
    petra.wobmann(at)ow.ch
    Tel: 041 666 60 66
  • Die heilpädagogische Früherziehung des Rütimattli bietet Unterstützung von Eltern in der Erziehung und Förderung ihres behinderten Kleinkindes im Vorschulalter:
    frueherziehung(at)ruetimattli.ch
    Tel. 041 666 58 08
  • Im Kanton Obwalden bietet Hanny Santini-Amgarten in Sachseln Stillberatung an.
    Telefonische Beratung sowie persönliche Einzelberatungen nach Absprache unter
    Tel. 041 660 64 46.

3. Was brauchen kleine Kinder damit sie sich gut entwickeln?

Kleine Kinder brauchen Betreuung, Pflege, gesunde Ernährung, Bewegung, Kontakt mit anderen Kindern, genügend Schlaf, Geborgenheit und Liebe. Sie brauchen aber auch Anregung und Förderung als Vorbereitung für die Schule und das spätere Leben.

Nehmen Sie sich regelmässig Zeit für ihr Kind. Erzählen Sie ihm eine Geschichte, singen Sie mit ihm ein Lied oder schauen Sie mit ihm ein Bilderbuch an. Auch auf Spaziergängen gibt es viel Neues zu entdecken und zu lernen. Gehen Sie auch oft mit Ihrem Kind auf den Spielplatz, damit es mit anderen Kindern spielen und herumtollen kann. Beim Plaudern und Spielen lernen die Kinder sehr vieles, was wichtig ist für ihre Entwicklung und den späteren Schulerfolg: zuhören, sich ausdrücken, beobachten, sich orientieren, sich konzentrieren.

Allem voran ist eine ausgewogene, kindergerechte Ernährung notwendig für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung. Tipps für Säuglinge und Kleinkinder finden Sie auf folgenden Flyern: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Albanisch, Arabisch, Türkisch

4. Wie kann ich mein Kind von klein auf fördern und auf die Schule vorbereiten?

Kinder lernen vom ersten Tag ihres Lebens an. Viele Fähigkeiten, die zum guten Schulerfolg beitragen, entwickelt das Kind in seinen ersten Lebensjahren. Kleine Kinder lernen nicht aus Pflicht, sondern aus Lust, Neugierde und Interesse. Deshalb ist es wichtig, dass kleine Kinder im Spiel gefördert werden.

Kinder lieben es, ihre Spiele selber zu erfinden. Dafür brauchen sie nicht unbedingt neue Spielsachen. Grosse Schachteln, mit denen man Häuser und Ställe bauen kann, alte Tücher und vielleicht ein alter Hut von Papa oder ein altes Paar Schuhe von Mama, mit denen man sich verkleiden kann, sind viel wichtiger als fertig gekaufte Spiele. Wenn Kinder mit zu vielen Spielsachen überflutet werden, lässt ihre Aufmerksamkeit nach. Wenn Sie aber selbst eines bauen oder erfinden müssen, werden sie in ihrer Entwicklung und Kreativität angeregt.

Jedes Spiel, das ein Kind in Ruhe und während längerer Zeit spielt, fördert seine Konzentrationsfähigkeit. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind eine ruhige Ecke in der Wohnung hat, wo es ungestört spielen und malen kann.

Gibt Ihr Kind rasch auf, wenn ihm etwas nicht gelingt? Oder wechselt es sehr häufig das Spiel? Dann hilft es meistens, wenn Sie Mut machen, es nochmals zu probieren. Damit fördern Sie die Ausdauer und das Konzentrationsvermögen. Kinder, die in den ersten Lebensjahren gefördert werden, haben später viel bessere Chancen, in der Schule erfolgreich zu sein.

6. Soll ich mein Kind in eine Spielgruppe schicken?

In der Spielgruppe werden die Kinder in ihrer Entwicklung gefördert und auf den Kindergarten vorbereitet. Sie lernen, mit anderen Kindern zusammen zu sein, zu spielen, zu teilen, aufeinander zu achten, zu streiten und dann wieder Frieden zu schliessen. Falls Ihr Kind noch wenig Deutsch spricht, so ist das eine gute Gelegenheit, die Sprache zu verbessern.

Fremdsprachige Kleinkinder lernen spielend Deutsch – das neue Angebot „Spielgruppe plus“ macht dies möglich. Erstmals haben Spielgruppenleiterinnen eine entsprechende Weiterbildung absolviert.

Hier finden Sie eine Liste mit familienergänzenden Betreuungsangeboten.

 

 

7. Was hilft meinem Kind beim Lernen der deutschen Sprache?

Je besser Kinder die Muttersprache sprechen, desto leichter lernen sie später die deutsche Sprache. Deshalb: Nehmen Sie sich Zeit, um mit Ihrem Kind in Ihrer Sprache zu sprechen.

Sprechen Sie mit Ihrer Tochter und mit Ihrem Sohn, während Sie den Haushalt machen. Hören Sie zu und antworten Sie, wenn sie mit Ihnen sprechen. Gehen Sie zusammen ins Freie – auf den Spielplatz, in den Wald, an einen See, in den Zoo. Sprechen Sie über das, was es da zu sehen gibt, und helfen Sie so, den Wortschatz zu erweitern. Schauen Sie zusammen Bilderbücher an und erzählen Sie Geschichten.

Auf dem Spielplatz oder in der Spielgruppe hat Ihr Kind Gelegenheit, mit deutschsprachigen Kindern zusammen zu sein. Freuen Sie sich über die Wörter, die es auf Deutsch lernt. Das macht Mut, weitere Wörter zu lernen.

8. Wo treffe ich andere Mütter mit kleinen Kindern?

Gute Möglichkeiten, andere Eltern und ihre Kinder zu treffen, ergeben sich zum Beispiel auf den Spielplätzen. Der Spielplatzführer des Kantons Obwaldens gibt Auskunft. 

Eine weitere Möglichkeit andere Eltern und ihre Kinder zu treffen bietet der Generationentreff. Hier treffen sich ältere Menschen und junge Familien bei einem gemütlichen Frühstück und Kaffee. Der Generationentreff findet jeden Freitag im Spritzenhaus am Dorfplatz in Sarnen statt. Er ist von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Man kann kommen und gehen, wie man möchte. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Fachstelle Gesellschaftsfragen und Pro Senectute freuen sich auf Ihren Besuch!

9. Wo finde ich günstige Kleider und Spielsachen für mein Kind?

Kinder wachsen rasch und entwickeln immer wieder neue Interessen. In Kleiderbörsen und Spielzeugbörsen gibt es für wenig Geld fast neuwertige Kleider und Spielsachen. Bilderbücher und Spiele können auch in Ludotheken und Bibliotheken ausgeliehen werden.